Wassertechnik
Unser Camper-Ausbau: Die Wassertechnik
Bevor wir mit dem Bau der Wasseranlage losgelegt haben, haben wir erstmal jede Menge recherchiert. In Foren gestöbert, YouTube-Videos geschaut, Erfahrungsberichte gelesen – und am Ende festgestellt: Wassertechnik im Camper ist ein ziemliches Puzzle.
Wir wollten vor allem autark stehen können, also nicht ständig auf Campingplätze angewiesen sein. Dafür haben wir uns erstmal hingesetzt und eine Liste gemacht:
- Wie viel Wasser verbrauchen wir pro Tag?
Wir haben überschlagen: trinken, kochen, spülen, Zähne putzen, waschen oder Duschen – am Ende kamen wir auf etwa 5–10 Liter pro Tag (mit Sparsamkeit). - Welche Tankgrößen brauchen wir?
Nach einigem Hin und Her haben wir entschieden:- Frischwassertank: ca. 45 Liter
- Abwassertank: ca. 19 Liter
Das reicht uns für mehrere Tage autarkes Stehen, ohne ständig nachfüllen oder entsorgen zu müssen.
Die richtigen Komponenten finden
Die nächste Herausforderung war, die passenden Bauteile zu finden. Wir wollten eine zuverlässige Anlage, aber kein Vermögen ausgeben. Also haben wir folgende Punkte recherchiert:
- Tauchpumpe oder Druckpumpe?
Wir haben uns für eine Tauchpumpe entschieden, weil sie günstiger und für den Bus vollkommend ausreichend ist. Bei einer Druckpumpe steht die Leitung ständig unter Druck und man bekommt eine Leckage nicht so schnell mit. - Filter
Da wir nur einen relativ kleinen Wassertank haben, ist der Wasseraustausch regelmäßig. - Frischwassertank / Kanister
Lebensmittelecht, mit Schraubdeckel und Ablasshahn – da gibt es wirklich viele Optionen. Wir haben uns für einen 30l +16l Wasserkanister entschieden, der in den geplanten Schrank passt. - Abwassertank
Den haben wir zu Anfang neben den Kühlschrank zum rausnehmen platziert. Da es aber nach dem ersten Wochenende zu nervig war einen 16l vollen Kanister daraus zu nehmen, haben wir einen 19l neben dem Frischwasserkanister installiert und zum Ablassen einen Kugelhahn unterflur installiert. - Armaturen und Boiler
Für warmes Wasser haben wir einen 6l Boiler gewählt, der über 230V betrieben wird.
Der Einbau
Mit unserer Einkaufsliste und Skizze in der Hand ging es ans Bauen. Wir haben alle Leitungen verlegt, die Tanks fixiert und die Pumpe montiert. Besonders hilfreich waren dabei diverse YouTube-Tutorials – ohne die hätten wir uns sicher schwerer getan.
Zum Schluss haben wir alles mehrfach auf Dichtigkeit geprüft. Nichts ist nerviger, als ein Wasserleck im Camper.
Und trotzdem haben wir nach dem ersten Wochenende ein Wasserschaden gehabt. Zum glück haben wir diesen schnell bemerkt. Es war aber trotzdem sehr viel Arbeit. Alles musste wieder raus, Schränke, Bett, Sitzbank, Bodenbelag, Bodenplatte. Mehrere Tagen habe wir die Dämmung trocknen lassen. Nach rund einer Woche wurde alles wieder eingebaut.
Unser Fazit
Der Aufwand für die Wassertechnik war definitiv nicht zu unterschätzen, aber es lohnt sich total, hier gut zu planen.
Dank unserer Anlage können wir jetzt mehrere Tage autark stehen und sind viel flexibler unterwegs.
Falls ihr auch euren Camper ausbaut: Nehmt euch Zeit für die Planung und vergleicht verschiedene Systeme. Am Ende ist es ein tolles Gefühl, wenn der erste Liter Wasser aus dem eigenen Hahn läuft!